Samstag, Januar 31, 2009

Auf der Flucht aus der alten Heimat in die neue Heimat via Lissabon (1938)

Der Fluchtweg
der jüdischen deutschen Familie Freudenheim
Malbild der 11jährigen Tochter

8. November 1938
Zwischenstation: Lissabon
in Portugal

Dank Portugals strikter Neutralität.


via:
Strange Maps
(den ganzen Fluchtweg nachlesen von Hamburg bis Montevideo)

Karrikatur von "Nebelspalter": Israel und seine feiksenden Nachbarn (Zürich, 1956)




Luftraum über Zürich online - Der rote Flieger ist auf dem Luftweg nach Porto (OPO)

AIRTRAFFIC Radar
Online Mashup des
Flughafens Zürich
31.1.2009

via:
Peter vom Bodensee
Obrigado, Peter, Danke

Erinnerung an die Schriftart der Portugiesen, die der Papst als "Schrift der Westgoten" verunglimpfte und verbot

Ein typischer römischer Grabstein
zur Zeit der Römer in Portugal
Versalien (Großbuchstaben)
Serifen an den Enden jedes Buchstaben
Epitaph des Fistellus
Inschrift in Latein
-Buchstabe "K" nicht im modernen Alphabet Portugals-
Ruhe in Frieden
Viele Jahre später....
Eine neue Schriftart ist entstanden

Maiuskeln auf portugiesische Art
Wie ein Notenschlüssel stets zu Beginn einer Schriftf:
Chrismon
(Anrufung Gottes)

anno 1220
in portugiesisch-spanischen Lettern
Versalien & Gemeine

Die Beatus Apokalypse
des Johannes
Codex aus Las Huelgas

Sensationeller Fund
in den Archiven der Stadt Viseu
Protokolle des
Konzils von Chalkedon
anno 451
in "westgotischer" Schrift

Dank dem portugiesischen Kalligraph
Paulo Heitlinger!

Er hat diese Schrift neu aufgelegt
Schriftart kaufen:
Visigótica Typeface Fontes


Diese Schrift wurde von der Kirche
auf der Synode/Konzil von Leão (?)
Ende des 11. Jahrhunderts verboten.

Es herrschten Zeiten der Intoleranz in Portugal-Spanien:
Wer nicht in römischen Lettern schrieb,
war ein gottverfluchter Mozaraber
(Katholik, der mit Muslimen in Frieden lebte)
politisch korrekt war nur, wer
römisch-katholischer Christ war.
Andere Christen wurden vorsichtshalber
unterdrückt, was ebenso die unbeugsamen
Juden schmerzlich kennenlernen sollten.


Quelle:
Ausführliche Beschreibung selber lesen
(pdf. /.pt)
Mit vielen Abbildungen auf
Grabplatten, Marmortafeln, Schieferplatten

Freitag, Januar 30, 2009

Wer zu den Al Maluk Gewürzinseln reiste war ein Maluco (Wahnsinniger Narr)

Ein Nasselauer oder Moluccanischer Menschenfresser und seine Frau
(Um antropófago moluciano e a sua mulher)

auf den Inseln,
"wo der Pfeffer wächst"
Molukken

aus:

Georg Franz Müller:
"Eigentliche Abbildungen der fürnehmsten
und merkwürdigsten Sachen,
welche am afrikanischen Kap der Guten Hoffnung
und in Ostindien gefunden wurden...
"
(vollständige Ausgabe - Handschrift)

anno 1681
aus dem deutschen Städtchen
Rouffach

via:
Staatsbibliothek Sankt Gallen
gefunden bei
BibliOdyssey

der Entdecker der Veröffentlichung ist
Ortelius, Cavendum e meretricibus
-lesenwerter Blog für Historiker-

Maluco mesmo !

Die Côca der Portugiesin aus Portalegre - So kleideten sich die Frauen zur Hochzeit

Portugiesische Braut
in festlichem Brautkleid
Côca


Anno 1649
Portugals König
-neun Jahre zuvor war Portugal von Spanien befreit worden
und er als König Portugals gekrönt-
überreicht er Portugals Krone als Votivkrone
der Jungfrau Maria
und zwingt alle Portugiesinnen, in der Öffentlichkeit
den Biôco zu tragen

jetzt wird Portugals Unabhängigkeit auch vom Vatikan anerkannt.

Aus südländischer Fröhlichkeit wir alsbald
hier sehen wir Portugiesinnen auf Knien beten
die portugiesische Traurigkeit.....

Pessimismus und Depressionen wurden den liebenswerten geduldigen Menschen systematisch anerzogen.
Islam oder Kirche - es gibt keine wesentliche Unterschiede in der Menschenverachtung und Lebensverneinung beider Religionen!

"20 Das Fogaças" -Tag 20 der Fochanzen- Das Gelübde eines portugiesischen Dorfes im Monat Januar

20. Januar
in
Santa Maria de Feira
(Heilige Maria der Kirchemesse)

Gelübde seit 1505
zu Ehren des Märtyrers
Hl. Sebastian
crianças impúberes
(Mädchen im vorpubertären Alter)
Mindestalter: 8
In weißer Kleidung
mit einfarbiger Bauchbinde
als Kummerbund

tragen
Fogaças
(süßes Aschenbrot)
auf dem Haupt,
im Angedenken an den Märtyrer aller Qualen
unbeirrt im Glauben an Kirche und Religion
zum Austeilen unter die Armen des Dorfes

sind die diesjährigen
Fogaceiras
(Aschenbrotel)
Aschenputtel? Sündenbock?

Etymologisch vielleicht aus:
Focacius
(Feuerstellenbrot gebacken in einer Pfanne)
ähnlich dem Brot der einsamen Weltenbummler
Bannockbrot

Ursprung der Tradition:
Im Jahr 1505 grassiert im Dorf eine Seuche
-vermutlich eine Infektion wegen fehlender Hygiene-
in Portugal war die Herstellung von Seife Staatsmonopol
Seife ist unerschwinglich für das gemeine Volk
-das port. Wort "Pest" meint nicht nur die "Beulenpest"-
außerdem:
Wer sich häufig wusch, mußte ein Jude sein
Sauberkeit war den Inquisitoren suspekt.
Anklage drohte, ein "judaizante" (Judelnder) zu sein
Tod durch Strangulieren....


Die Conde (Grafen) von Festung
Castello de Santa Maria de Feira
wollen eine Sühneprozession
von ihrer Ritterburg
bis zum
Convento dos lóios
Kloster der Kornblumenmönche
(Johanniter)

Einschub:
Blau ist die Farbe der Beständigkeit und Treue
Die Wappenfarbe der Gottesmutter ist daher
ein lichtes Blau
womit ihr Skapulier gefärbt sein muß
-ebenso Symbolfarbe in der Freimaurerei-
auch Jupiter trug Mode in blau
und die Pharaone liebten blau
Die Blauhelme schaffen Frieden mit Waffengewalt
und die Lügner reden das Blaue vom Himmel herab.
Blau sind die Klamotten von Arbeitersklaven.
Einschub Ende

Es kam in Portugal nie zu einem Bauernaufstand, keine Proteste, kein Protestantismus.
Statt den brutalen Katholizismus abzuschaffen oder zu reformieren, mußten die Portugiesen sich in "Treue und Glauben" standhaft zeigen.
Der Umzug kann als Propaganda Initiative einer prophylaktischen Gegenreformation gewertet werden.


Wir backen
Fogaça
Fochanza Achenbrot
mit Eiern, Mehl und Zucker

Das Brot muß auf heiße Asche
traditionelles Brotbacken in Portugal
Ernten, Dreschen, Mahlen, Backen
O ciclo da pão

Segnen der Laiber
Gebildebrot mit Zinnen

je nach Zeitgeist:
  • früher Verteilung an alle Dorfbewohner
  • Verteilung nur an arme Dorfbewohner
  • Verteilung nur an Dorfbewohner im Strafvollzug
  • heute:
    symbolische Übergabe eines Ehrenlaibs an die
    Honorationen der Stadt
    • jedes Kind darf seinen Brotkuchen behalten
Kurios:
Als in Portugal die Republik ausgerufen wurde (1910),
-zufällig aus Versehen wegen eines Deutschen-
wurde der religiösen Prozession
kurzerhand ein zivil-bürgerliches Paradekommitee
als anti-kirchliches Marschkommando
zu Ehren des Heiligen Sebastian geschaffen
Kurios Ende

Selbstverständlich gibt es auch eine

Confraria Fogaça da Feira
Bruderschaft Aschenbrot der Kirchweih


Die Zeiten sind schlecht geworden
-wie jeder Buchhalter vorausgesagt hat-
auch ohne "Pest" erkranken die Menschen,
ohne daß das öffentliche Gesundheitssystem
-wegen heilloser Verschuldung, Chaos und Kompetenzgerangel-
dem einfachen Bürger helfen könnte:

Zeit, daß alle Portugiesen mit Brotopfer auf dem Kopf
mehrmals jährlich durch die Straßen laufen

oder sich an seine ehrlichen Buchhalter erinnert......

Quellen:

1. Cafè Castelo
interessante Seite mit vielen Fotos!
Diese Webseite eines Konditors und Bäckers verdient einen Preis!
Esta pagina deste Sr. Padeiro merece um premio!!
Excellente! Obrigado! Danke!

2. 20 das fogaças diferente

3. Festa das Fogaceiras 2009

4. Fotos von Livius über das Dorf

5. A minha pátria....

6. Massa Sovada (Rezept eines portugiesischen Brots .de)

7 Fotos von Aníbal Bragança (Picasa)

Donnerstag, Januar 29, 2009

Nonne Madre Paula, Portugals bekannteste Palastschlampe, wird Mätresse des Königs João V.

Ein deutscher pensionierter Bodygard des spanischen Königs
lebt seit seiner Entlassung in Portugal

João Paulo de Bryt
hat eine Portugiesin geheiratet, Kinder und
arbeitet als Goldschmied in Lissabon

Er will seine Enkeltöchter an die Hautevolaute verheiraten.

Endlich:
31. Januar 1717

Enkelin Paula Terese
(17 Jahre alt)
Erhält Zulassung ins Noviziat

1718
das Mädchen legt die Profess ab:
"Gehorsam auf Lebenszeit"

Vor den Toren von Lissabon
liegt das besondere
Frauenkloster (Konvent)

Paula Teresa hat vermutlich keine Ahnung:
Konvent in Odivelas
hier sind alle Nonnen Nutten

Foto Quelle:
Obrigado, Portuguese Eyes, Danke!

sogar
ehemalige königliche Schwiegertöchter
Schwester Oberin, getarnt als Nonne
-in Wahrheit feiste Puffmutter-
freut sich gewiß über ihr neues Vögelchen.

Sogleich wird sie an den steinreichen Stammgast
des Klosterbordells
Francisco de Portugal
Graf von Vimeiro

(1679 - 1749)
verkuppelt

Da geschieht etwas Unvorhersehbares

Bei einer Party mit prominenten Gästen
lernt Portugals König
die junge bildhübsche Nonne kennen

Nuttenmama hat jetzt ein Problem
der Klassiker:
Der Chef will die Dirne eines Untergebenen reservieren.

König João V.
o Magnanimo

(Der Großherzige)
zeigt sich außerordentlich großherzig

"Deixa a Paula que eu te darei duas freiras à tua escolha"
(Laß die Paula, ich gebe Dir dafür zwei andere Nonnen deiner Wahl)

So wird Paula (deutscher Abstammung)
im katholischen Portugal
die Odaliske eines geilen Sonnenkönigs
(deutscher Abstammung)


Paula lernt den Luxus lieben.
Der Liebhaber bleibt magnânimo
Schminkkommode der Klosterhure
"Oratório de Madre Paula"
(Hausaltar der Mutter Paula)

Beutekunst aus Japan
Man beachte die Malerei auf den Flügeltüren (s.o)!
Es scheint sich um japanische Holzmalerei zu handeln.
In Japan herrscht die Edo-Periode un Ukiyo-e Malstil auf Holz
Ein wunderbarer umgebauter
Butsudan
wird zum Geschenk für Sexorgien

Auch den Papst in Rom beschenkt er entsprechend:
Riesenparty und Protzerei als Ursprung
einer italienischen Redewendung


König João V. spricht deutsch
Aus Schwäbisch Hall holt er Honhardt
den berühmten Goldschmied
nach Portugal


Seine Mätresse
bekommt ein Wohnhaus als Geschenk
(heutige Botschaft Spaniens in Lissabon)

und lebt nach dem Tod ihres Stammgastes
weiterhin als Edelnutte
Madre Paula
Chef eines Prostituierten Call Service
für Portugals reiche Katholiken
süß mit einer fürstlichen Apanage ihres verstorbenen
Gönners ohne Not und Sorgen

Ihr Sohn mit diesem königlichen Liebhaber
D. José
(1720 - 1801)
macht in der Staatspolizei Karriere
Er wird
Inquisitor-Mor
(Hauptkommissar der Inquisition)

man kann sich denken, weshalb:
Ein Leben lang verspottet als ein Bankert
eines der drei (anerkannten!)
Meninos de Palhavã
(Kinderlein aus Villa Strohscheune)



Anmerkung:

Vermutlich wurde Paula zum Sex mit alten Männern im Kloster gezwungen.
Vermutlich wurde sie zu einer Prostituierten erzogen.
Vermutlich wurde sie von den adligen Herren vergewaltigt.
Vermutlich waren die Nonnen Abtreibungsexperten, Kindesmörder mit Schweigepflicht.

Vernutlich herrschte im Konvent von Odivelas das Grauen........

Dienstag, Januar 27, 2009

Im Jahr 1878 war das Mosteiro dos Jerónimos in Lissabon noch eine Ruine (Foto des Seiteneingangs)

Nicht von Napoleons Soldaten geplündert & gesprengt
Außenfassade Nebeneingang

Renovierungsarbeiten fertig:
Anblick heute
El Area 51 Mas de Portugal

Luís Bonifácio schreibt folgenden Kommentar:
(frei übersetzt)
Die gesamte Fassade des Klosters wurde im 19. Jahrhundert erbaut.
Was heute zu sehen ist hat nichts mit dem früheren (originalen) Bauwerk zu tun.
(Es ist bloß eine Nachahmung auf neu-manuelinische Art)

Das Foto zeigt jedoch keineswegs eine "Zerstörung durch napoleonische Truppen".
Was man sieht ist die Ruine eines eingestürzten Turmes, den

Luigi Manini
(1848 - 1936)

geplant hatte, der ein Bühnenarchitket beim Opernhaus von Lissabon "São Carlos" war.
Der Turm war schlichtweg zu schwer für die restliche Struktur.

Man hat den Turm ersetzt mit einem Bauwerk, das man auf der unteren Fotografie sieht.

Blogs von Luís Bonifácio
Obrigado, Luís, Danke


Die offiziellen Museumsführer klären auf:

"In the 19th century
architectural changes were made to the Monastery"

Jerónimos Monastery

Ja, kann man auch so sagen.....
Jedenfalls ist das Gebäude ein modernes Bauwerk.

Nachtrag:
Postkarten
aus Alt-Portugal

(Diaporama Diaschau)

Sonntag, Januar 25, 2009

Portugals Marktaufseher waren die Almotacés

Quelle:
Polizei Ökonomie und Gesetzgebungslehre

Die Almotacés wurden von dem Conselho (Stadtrat)
für jeden Monat eines Jahres neu bestimmt.
In Porto wurden jeweils zwei Almotacés bestallt.

Einem Almotacés oblag die Aufsicht
  • Qualitätsprüfung der Waren aus Werkstätten
  • Preiskontrolle der Handelswaren
  • Zulassung der regateiros (Kleinhändler)

Portugiesen verabscheu(t)en Lerneifer und Leistungsprinzip.

Samstag, Januar 24, 2009

Ein typischer portugiesischer Zeitungsjunge: Der Ardina und seine Pregões (Ausrufereien) von damals

Ardina
(Zeitungsjunge)

Pé descalço, manhã cedo
Cheio de vivacidade
Corro depressa e sem medo
De lés a lés a cidade.
Trago notícias fresquinhas,
Vindas de última hora
Já ganho para as batatinhas,
Trabalhando sem demora.
"Olh' ó Século, Olh' ó Diário!"


Barfuß, morgens früh
voller Lebensfreude
lauf ich geschwind und unerschrocken
kreuz und quer durch die Stadt
Ich trage bei mir ganz frische Neuigkeiten
soeben erst eingetroffen
und ich verdiene schon für die Kartöffelchen
bin am arbeiten ohne Müßigkeit

Ardinas in Lissabon
"Schaut´s die »Século»,
schaut´s die «Diário»!"

(Zeitung)

via:
Blog des Gerichts für Familiensachen
und Jugendgericht

der Ortschaft Barreiro

O Século
(Die Welt)
Morgen-Zeitung
1880 - 1978

O Diário de Noticias
(Tagesblatt der Nachrichten)
gibt es noch heute


Autor:
Aurelina Brandão

Quelle:
Dias que Voam
Obrigado, Teresa, Danke


Zeitungsjunge in Lissabon:

O Ardina de Lisboa
Nas ruas mais pequeninas
Que o sol quando vem beijar
Cantam à vida os ardinas
E, nos pregões das varinas
Ouve a gente a voz do mar


Der Zeitungsjunge von Lissabon
in den allerkleinsten Straßen
wenn Sonnenstrahlen kommen sie zu küssen
singen sie die Zeitungsjungen wach
und in den Ausrufen der Varinas
vernehmen die Menschen die Stimme des Meeres

Autor:
José Castelo

Quelle:
Lisboa no Guiness
Obrigado, Vitor Duarte Marceneiro, Danke!

Denkmal in Porto
Bronzeskulptur
von Bildhauer
Manuel Dias

der Zeitungsverkäufer stützt sich auf einen
"Marco de Correio"
(Briefkasten im Markstein Format)

Der Bildhauer hat ein wenig gemogelt.
Die Ardinas waren Kinder, Lausbuben....
Was mag nur aus dem freundlichen Zeitungsjungen oben im Bild geworden sein?

Freitag, Januar 23, 2009

Foto eines Carro de Carqueja: Mirandesa Bullen im Gespann vor einem Wagen voll Ginster

Carqueja
Pterospartum Tridentatum

Vor dem Wagen muß Rindvieh ziehen....
Ein Ackergaul, ein Pferd, arbeitet nicht mit leerem Magen.
Ochsen und Kühe ziehen auch mit Hunger im Bauch.
Ochsenkarren statt Pferdefuhrwerk:
Zeichen für
Armut und Ärmlickeit des Bauern

Auf den kargen Böden Nordportugals
wächst kein Getreide.
Ohne Getreide kein Stroh.
Ohne Stroh keine glücklichen Kühe.
Kühe wollen beim Wiederkäuen bequem liegen.....
sonst Milchmengenabzug!

Portugiesen wissen immer einen Rat

In Portugal hatte jeder Hof
Quinta
("Fünftel" port.: Gutshof)
benannt nach der Abgabepflicht an den Landesherrn
eines "Fünftels" (20 %)
der Ernteerträge

die Adelshöfe des Erbadels
nannten/nennen sich:
Herdade
(Erbhof)
vorwiegend in Südportugal belegen

eine
Bouça
(Gestrüppfeld Brachland)

Das Gestrüpp wurde geerntet.
Diese brachliegenden Gestrüppfelder sind heutzutage die Keimzelle
der alljährlichen Großfeuer Portugals-
eignet sich prima zum Anheizen von Backöfen
der Bäcker zum traditionellen Brotbacken,
weil das Gestrüpp lichterloh wie ein Brandbeschleuniger
Feuer fängt.

Früher willkommener Nebeneffekt:
Die Ginsterpflanze bindet in ihren Wurzeln Stickstoff der Luft.
Nach Gebrauch im Stall als Kuhmatte
angereichert mit Gülle
ergibt es einen wunderbaren
biologisch nachhaltigen Dünger

Der dreizahnige Ginster Cargueija
ein Bodengewächs
dient den Portugiesen
als Heilpflanze
gegen Husten als Tee

Aus dieser Sorte des Ginsters bereitet man
Arroz de Carqueja
(Carqueja Reis)

Rezept/Zubereitung:
Die sauber gespülten Ginsterreisige in heißem Wasser
mehrere Stunden wie einen Tee auskochen.
-getrocknete Ästchen oder kurz vorher gebrochen-
Frisch geschlachtetes Huhn ausbluten lassen.
-geht auch mit Kaninchenblut-
Das Blut in einem Gefäß auffangen und mit Essig
verrühren, damit es nicht gerinnt.
Das Hühnerklein mit Lorbeer, Salz, Pfeffer, Knoblauch
Petersilie gewürzt schmoren lassen.
Vor dem Servieren den Aufguß aus Carqueja
und die Blutsuppe
über den fertigen Reis gießen.
Die Speise mit einigen Cerqueja Spänen garnieren
Rezept Ende
Obrigado, Moimenta da Serra, Danke!


Der Besenginster
ein Strauchgewächs
dient den Portugiesen
als Wunder gegen Unheil & jüdische Häscher
jährlich zum 1. Mai

Und was es über die Rinderrasse
-oben im Bild-
Mirandesa
zu schreiben gibt, ist ein anderes BlogThema

Das Fleisch ist eine Wonne
Leider sind Portugiesen keine Verkäufer/Marktschreier....

Das Wagyu-Rind kennt jeder Feinschmecker.
Das Kobe Beef jedes Feinkostgeschäft in und außerhalb Japans
Das zartetste Fleisch der Welt?


So redet nur jemand, der noch nie das echte Mirandesa Steak zwischen den Zähnen hatte.

Ich rate Euch: Nach Portugal der Feinkost wegen!

Großraumflugzeug Junkers "G 38" zu Besuch in Lissabon (1930)

Sensation auf dem Rollfeld für internationale Flüge
des Flughafens Lissabon

Junkers D 2000
Baureihe G 38
soeben aus Madrid eingetroffen

Quelle:
Illustração Portuguesa
16. November 1930

Nachtrag:
Deutschsprachiges Portal
für Historiker der Luftfahrtgeschichte des 1. Weltkriegs
Flieger-Album

Historische Tagebücher
Biographien
Urkunden

Prinz Takamatsu zu Besuch in Portugal (1930)

Staatsbankett
im
Palácio de Belém
(Schloß von Betlehem)


Harte Arbeit für den
Zeremonienmeister
Ehrenparade für den Gast aus dem Land
Cipangu
(wo die Sonne ihre Wurzel hat)
hier marschierend
neben Portugals Minister
der Marinha (Marine)

Jubel am Hafen von Esoril
Der Prinz kütt
und hat Prinzessin Niko (sic!) mitgebracht

- vermutlich war es Kikuko -
aber ist doch auch egal
wird sich der Reporter oder Zeitungsdrucker
gedacht haben.......


Ein Prinz,
der keinen Angriff gegen die USA wollte!
Prince Takamatsu (Nobuhito) of Japan
高松宮宣仁親王
Takamatsu no miya Nobuhito Shinnō
(1905 - 1987)

Quelle:
Illustração Portuguesa
Obrigado, Mariana, bjs.

Montag, Januar 19, 2009

João Aguardela ist tot. Musikalischer Nachruf für einen jungen modern-konservativen Komponisten der aktuellen Musik Portugals


Desfolhada Portuguesa
(Das portugiesische Maiskolbenentblättern)

Musikgruppe:
A Naifa
(Das Klappmesser)

Klassische Poesie Portugals
mit moderner Instrumentierung
neu belebt

João Aguardela wurde nur 39 Jahre alt
Am 18.1.2009 erlag er einem Krebsleiden
A Naifa

In memoriam


Sonntag, Januar 18, 2009

Ungewöhnliche Fotos des ideenreichen Fotografen Justin Quinnell

Der Verlauf der Sonne und ihrer Sonnenwende
17.12.2007 bis 21.6.2008
Solargraph über der Hängebrücke von Bristol

Suspension Bridge over Avon River Gorge
Astronomisches Foto des Tages

Ungewöhnliches Alltägliches
Blick und Aussicht
der Zunge
des in einer Badewanne liegenden Fotografen

Quelle
Pinhole Photograhy
eines bemerkenswerten Bildfotografen!

Donnerstag, Januar 15, 2009

Menachem Mendel Schneerson mahnt zum Frieden durch die Kriegskunst (1982)



Der Lubavitcher Rebbe hat die Notwendigkeiten begriffen.

Johann von Goethe sah den Sachverhalt folgendermaßen:

Feiger Gedanken
Bängliches Schwanken,
Weibisches Zagen,
Ängstliches Klagen
Wendet kein Elend,
Macht dich nicht frei.

Allen Gewalten
Zum Trutz sich erhalten,
Nimmer sich beugen,
Kräftig sich zeigen,
Rufet die Arme
Der Götter herbei!

Anmerkung:
Mit diesem Gedicht hat Johann -vermutlich unfreiwillig- allen Hasardeuren, Spekulanten, Ramboidioten bis hin zu verblendeten Idealisten, die in Wirklichkeit kriminelle Terroristen sind, das Hohelied und einen Schlachtruf beschert.

Die "Arme der Götter" werden dann als "Anspruch auf Sozialversicherung" oder "Grundrecht auf gewerkschaftliche Solidarität" oder aktuell als "Einstandspflicht des Staates" wegen der "Garantie auf Wohlfahrt" interpretiert.

Das Gedicht ist eine gefährliche Aufforderung zu unrechtmäßigem Denken und Handeln.
Lieblingshymne der Spinner und Feiglinge.
Anmerkung Ende

Von solchem Irrtum ist der Rebbe weit entfernt.
Der Rebbe hat Claus von Clausewitz Vom Kriege gewiß nicht gelesen.

Wozu auch?
Wer denken kann und Frieden wünscht, wie Schneerson, weiß den Weg zu weisen.
Darum muß Israel handeln.

Freitag, Januar 09, 2009

Email schreiben wegen UN Abstimmung zur Verurteilung Israels. Oppose Pro-Hamas U.N. Resolution

Tomorrow the U.N. Human Rights Council will meet in emergency session on the proposal by Arab states and their allies to "strongly condemn" Israel for daring to defend its citizenry from Hamas rockets.

Take action, copy/sign/send this letter to Mr. Karel Schwarzenberg and Mr. Javier Solana:


Dear Foreign Minister Schwarzenberg and High Representative Solana,

I am deeply concerned about the grossly one-sided and counter-productive resolution tabled by Arab states for tomorrow’s emergency session of the U.N. Human Rights Council.

The official subject of the meeting, initiated by Egypt, Saudi Arabia, Cuba, Russia, and other countries not exactly known for their stellar human rights records, is: “The Grave Violations of Human Rights in the Occupied Palestinian Territory including the recent aggression of the occupied Gaza Strip.”

The draft text “strongly condemns” Israel’s actions — yet says not a word about Hamas, a terrorist organization that has fired thousands of rockets and missiles against civilians in the cities and towns of Ashkelon, Beersheba, and Sderot.

By seeking to criminalize Israeli self-defense, and implicitly to legitimize Hamas terrorism, the text itself is a violation of human rights.

As you know, U.N. resolutions matter. They are translated into every language, govern the discourse of international relations and human rights, and influence masses around the globe.

Make no mistake: Iran, Syria, and Hamas will take note of this resolution, and especially of how Europe will vote. As documented by UN Watch in a November 2007 report, anti-Israel U.N. resolutions are routinely cited by Middle East extremists to convince their audiences that the world is with them.

Please, we urge the European Union to be true to its principles—peace, democracy, human rights—by voting No tomorrow to this one-sided resolution.

To do otherwise else would encourage the dark forces that—from Mumbai to Madrid to Sderot—seek to destroy our democratic civilization and way of life.

Thank you.

Sincerely,

find here the email address:
UN WATCH

Action in Portugal

Dia 10 de Janeiro
pelas 15:00H

ira se realizar uma concentração num movimento Pro-Israel pela paz
em frente á Embaixada de Israel em Portugal sita á
Rua António Enes, 16,
em Lisboa.

Esta concentração oraganizada pela Câmara de Comércio Luso-Israel, terá a participação de várias organizações judaicas, empresariais e evangélicas.

Israel gehört in die NATO
Let Israel be a member of NATO

Mittwoch, Januar 07, 2009

Halsbrecherische Schußfahrt talwärts mit dem Mountain Bike (Video)



wer lieber zu Fuß geht findet in Spanien seinen Königsweg (Caminito del Rey):

Gezänk unter Juden: Der Antisemitismusstreit durch Urteil des OLG Köln geschlichtet

Einkopiert:
Henryk M. Broder obsiegt im sog. Antisemitismus-Streit

Nach der heute verkündeten Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln darf der Journalist und Buchautor Henryk M. Broder weiter publizieren, Evelyn Hecht-Galinski, die Tochter des 1992 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, gebe antisemitische Statements ab, wenn dies im sachlichen Zusammenhang mit der Diskussion über irsraelkritische Äußerungen erfolgt.

Der 15. Zivilsenat hob in zweiter Instanz ein anders lautendes Urteil des Landgerichts Köln vom 03.09.2008 auf, das die konkrete Äußerung per einstweiliger Verfügung verboten hatte (Aktenzeichen OLG Köln 15 U 174/08).

Der Publizist Broder hatte im Mai vergangenen Jahres auf der Internetseite
"Die Achse des Guten",
die er mitbetreibt, einen offenen Brief an WDR-Intendantin Monika Piel sowie deren Antwortschreiben veröffentlicht. Er kritisierte, dass Evelyn Hecht-Galinski in die WDR-Radiosendung "Hallo Ü-Wagen" zum Thema "Reden über Israel" eingeladen worden war und schrieb dazu:
"Jeder kölsche Jeck mit zwei Promille im Blut würde sogar an Weiberfastnacht erkennen, dass Frau EHG eine hysterische, geltungsbedürftige Hausfrau ist, die für niemanden spricht außer für sich selbst und dabei auch nur Unsinn von sich gibt. Ihre Spezialität sind antisemitisch-antizionistische Statements, die zur Zeit mal wieder eine kurze Konjunktur haben“.

Bezogen auf das Attribut "antisemitisch" hatte Hecht-Galinski den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen Broder erwirkt........

Vollständiges Urteil lesen:
Pressemitteilung des Oberlandesgericht Köln
vom 6.1.2009


Schon wieder ein vernünftiges Urteil vom Reichenspergerplatz!

Montag, Januar 05, 2009

Portugiesische Dichotomie: Die Kommunisten in Portugal propagierten Nationalstolz und Imperialismus in den Überseeischen Provinzen Portugals

Kommunismus und Nationalismus
in Portugal
Politik, Kultur und Geschichte
im XX. Jahrhundert

Autor:
José Manuel Viegas Neves

Preisträger des
Prémio Victor de Sá
de História Contemporânea para jovens investigadores

2008

Auszeichnung mit dem
Victor de Sá -Preis f'ür junge Forscher
der jüngeren Zeitgeschichte
verliehen von der Universität Braga
an junge Historiker (bis 35 Jahre)
der Geschichte Portugals (ab 1820)
gestiftet von dem Universitätsprofessor
Victor de Sá
(1921-2004)

Vorgeschichte:
Wir befinden uns in Portugal der 20er Jahre.
Portugal steht vor einem Bürgerkrieg.
Zahllose "Geheimgesellschaften" rüsten heimlich zum Aufstand: die Papsttreuen, die Kirchenfeinde, Ganoven und Kriminelle, die Berufsterroristen, die Anarchisten, die Kommunisten, die Monarchisten usw.
Das Militär zieht die Notbremse:
1926 Militärputsch
Abschaffung der Verfassung
Errichtung einer Militärdiktatur

1933 Ende der Diktatur
Portugal erhält eine Verfassung
"Estado Novo"
Oliveira Salazar erklärt den Anfang des
"Neuer Staat"

Der Erfolg von Oliveira Salazar ist viel mehr ein Wirtschaftswunder -geschaffen aus dem Nichts- als der bloße "Wiederaufbau" Deutschlands unter Prof Ludwig Erhard.
Salazar als Regierungschef hatte mit dutzenden Staaten friedlich auszukommen, während Deutschland nur wenige Völker an seinen Landesgrenzen hat.
Portugal ist ein Land ohne natürliche Energiequellen.
Es fehlt in Portugal ein Mittelstand mit Standesordnung und Eigenverantwrtung in Erziehung und Selbstkontrolle.
Leben, Denken und Handeln in Portugal werden vornehmlich durch katholisch-utopische Illusionen und Schwärmeireien beherrscht.
Und dennoch entwickelt sich Portugal unter Salazar von einem ärmlichen Haus voller Knechte zu einem modernen Staat mit ausgebildeten, motivierten Facharbeitern und verantwortungsbewußten Bürgern.
Vorgschichte Ende

Der Buchautor zitiert André Malraux (1901-1976) und dessen Episode aus dem Spanischen Bürgerkrieg:
Bombenhagel über Toledo, aber keine Bombe explodiert.
Neugierig sehen die republikanischen Soldaten nach.
Auf den Bomben haben portugiesische Saboteure geschrieben:
Camarada- esta bomba não exploderá
(Kamerad - diese Bombe wird nicht explodieren)
Noch sind Portugals Kommunisten linientreu.
Mit den -f'ür das portugiesische Verständnis- unerwarteten Erfolgen Salazars beginnen die Kommunisten clever, ihre Propaganda den Gegebenheiten anzupassen:

Ab 1940 vebreitet die Kommunistische Partei Portugals
nationalistische Parolen,
um der Propaganda Salazars Paroli zu bieten

Meine Anmerkung:
Die portugiesische Dichotomie führt geradewegs in die Nelkenrevolution 1974.
Viele Portugiesen, unbelehrbar und resistent gegen Widersprüche, werden erklären:

Wir Portugiesen haben den Seeweg nach Indien entdeckt
Wir werden ebenso einen Weg zu einem erfolgreichen Kommunismus finden
Es lebe Portugals Weltreich, es lebe Portugal

Noch heutzutage erheischen Balladensänger und Lyriker wärmsten Zuspruch, wenn sie eigene politische Parteien gründen wollen, wie stets mit Sprüchen wie

Es gibt eine Wahrheit jenseits des Staatsdefizits

Womit die Seele eines Portugiesen wieder zu leuchten beginnt, weil die Entdeckung der Wahrheit in Utopie und Grenzerfahrung sein eigentlicher, wirklicher Lebensinhalt ist


Quellen:
1. Caminhos da Memoria

2. Estudos sobre o comunismo

3. Bad Norte Blogue

4. Universidade do Minho

Samstag, Januar 03, 2009

"Der Bischof von Norwich ist ein schrecklich netter Kerl...." Das ehrwürdige Ritual der Portweintrinker

Hoggett
Original Portwein Decanter
Bleikristall, mundgeblasen, handgeschliffen
eine runde Karaffe zum Dekantieren
welche die Tischgäste
nicht
auf den Tisch stellen können
-den Untersatz hat nur der Gastgeber vor sich-
Warwick Hoggett

Schuld ist der einmal unaufmerksame
Bischof aus Norwich
in Nofolk

Die Geschichte eines Trinkrituals
englischer Soldaten in Portugal,
die Portwein saufen

Das stilechte Portweintrinken hat ein
traditionelles rigoroses Comment
etwa seit 1703 in Gebrauch

1. Vorschrift
Grundsatz
"Port to Port"
(Hafen zu Hafen)
die Portweinflasche muß wandern
von einem Zechkumpan zum andern

Einschub:
Die Vorschrift "Passing the Port" gab es wirklich !
Und zwar auf englischen Schiffen.
Statt Sauerkraut oder Rollmops (Fisch in Essig)
eine Tagesration
Säure gegen Skorbut
(A scorbin säure)
tranken die Seeleute Englands
Portwein (Traubensaft-Branntwein)
-oft aus Holunderbeeren als billiger Ersatz-
mit hohem Vitamin C Anteil
wegen der Trauben......

Ursprung des Madeira Weins
Englische Schiffe durften nur in englischen Häfen
Proviant einkaufen.
Als eine Portugiesin englische Königin wurde anno 1662
erwirkte sie für ihre Heimat eine einzige Ausnahme:
Der Hafen von Funchal/Madeira!

da gab es aber nichts zu kaufen,
was man als Seefahrer hätte gebrauchen können !
Clevere Geschäftsleute investieren auf
Madeira in Weinbau !!
Einschub Ende


2. Vorschrift
Der Gastgeber füllt sich selber das Glas.
Niemals darf man Portwein einem Dritten einschenken.
-auch wenn es sich zufällig um eine Dame handelt!-


3. Vorschrift
Die Portweinflasche darf nur nach links
weitergegeben werden.
Hierbei muß die rechte Hand die Flasche fassen.
Der Tischnachbar zur Rechten muß warten....

Erklärung:
Im englischen Heer während der Napoleonischen Kriege
saß stets rechts neben dem Herrn Hauptmann (Coronel/Oberst)
dessen persönlicher Adjudant.
Der Kellner der Ordonnanz stellte den Port auf den Tisch.
Der im Rang niedere Adjudant war somit der
letzte, der sich den Portwein einschenken durfte.
Erklärung Ende

4. Vorschrift
Niemand darf bei leerem Glas
nach der Portweinflasche verlangen

5. Vorschrift
Der Gast, welcher das Weiterreichen der Flasche
versäumt, weil er seine nächste Nähe zu ihr nicht bemerkt
muß mit folgender Frage ermahnt werden:

"Kennst Du den Bischof von Norwich?"

6. Vorschrift
Ist der angesprochene Tischgast ein Mitglied der
sozialen Unterschicht, ein avancierter Plebejer
-beispielsweise ein Pöbel aus den boondocks-
und antwortet mit:
"Nein, kenne ich nicht!"
lautet der Wink mit dem Zaunpfahl:


7. Vorschrift
"Er ist ein schrecklich netter Kerl,
aber er reicht nie den Portwein weiter!"

Gastgeber, die ihren Gästen diesen hochnotpeinlichen Faux Pas ersparen wollten, servierten ihren Portwein daher stets in einer bauchrunden Bleikristallflasche, welche man erst garnicht abstellen konnte und weiterreichen mußte, im Uhrzeigersinn von Gast zu Gast, bis sie wieder bis zur Neige geleert beim Gastgeber anlangte, der sie auf das Podest stellen konnte, den Mundschenk um Nachschub bat und das Zeremoniell sich wiederholte.......


Allgemeiner Hinweise:
1.
Das Anstoßen der Gläser beim Zuprosten
hatte früher einen sehr wichtigen Zweck:
Der Gastgeber schenkt ein Schlückchen Getränk
in den Becher seines Gastes und beweist damit
"das Zeug enthält meines Wissens kein Gift"

2.
Einen Toast ausbringen
Frankreichs König Franz I. (1494-1547)
filterte seinen Rotwein -Franzwein!-
stets zuerst über eine pechschwarz geröstete Toastscheibe,
um die Bitterstoffe auszufiltern.
Internationale Trinksprüche


Quellen:
Bitte den Kommentar von Gerd lesen!
Weitere wichtige Details der Portwein Etikette!

Danke, Gerd, für Deinen Hinweis!
Ich habe meine Fehler korrigiert.

1. Portwein Geschichte (Portwine History)

2. Der infame Bischof von Norwich

3. New York Times: Port in a Storm

4. The Bishop of Norwich is an awefully nice fellow

5. Rambles from my chair

6. Portweinkenner besuchen gern den Gerd

PS
Ein historisches Trinkritual in Deutschland:
Trink-Kommandos beim Salamander-Saufen

A Côngrua (deckungsgleiche Abgabe) war Portugals Stolgebühr

Stolgebühren-Reglement für die Diözese Breslau preussischen Anteils
vom 3. August - 26. September 1868
Vollständige Ausgabe Online
Obrigado,
Biblioteca Slaska

Die Preussen machen die Abgabepflicht sozial !!

In Portugal galt die
Côngrua
Kongrua

Ein gesamter Tageslohn der Jahreseinkünfte
hatte der Bürger seiner Pfarrei abgeben,
womit der der Priester seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte.

Der Name des Zahlungspflichtigen stand
wie am Pranger
an der Kirchentür angeschlagen

Auf der Zahlungsquittung steht noch heute auf einem Zettel
Überschrift:
Direitos Paroquiais
(Rechtsansprüche der Pfarrei)
Beleg:
Sr./ Sra ....ofereceu para a côngrua....
(Herr/Frau....hat für die Kongrua abgegeben....)

Wehe dem, der schwindelte !
Die Abgabe mußte mit dem Jahreslohn
zahlbar am Erntetag "deckungsgleich" sein.

Wer heute in Portugal heiratet, hat oft die Congrua nicht eingeplant.
Und wer die Congra nicht zahlte, konnte nicht heiraten.
Wer nicht geheiratet hatte, dessen Kinder wurden nicht getauft.
In das Geburtenbuch ließ der Priester eintragen:


Portugiesen im Würgegriff der Kirche !